Mahnwache für den Atomausstieg
Sonntag, 11. März 2012, 14.30 Uhr
Konrad-Adenauer Platz, Bergisch Gladbach
Am 11. März 2011 begann die Reaktorkatastrophe von Fukushima. Die schrecklichen Bilder vom Erdbeben, vom Tsunami und von den zerstörten Reaktoren gingen um die Welt. Zehntausende Menschen mussten evakuiert werden, weite Landstriche sind radioaktiv verseucht und langfristig unbewohnbar. Nach Tschernobyl wurde der Super-GAU erneut bittere Realität. Dennoch ist der Atomausstieg auch in Deutschland - trotz offizieller Beteuerungen - noch längst nicht besiegelt.
Der Fukushima-Betreiber Tepco betrieb seine AKW mit deutscher Hilfe: Der Urananreicherer Urenco, der zu einem Drittel RWE und EON gehört, lieferte jahrelang angereichertes Uran für die Brennelementefertigung. In Deutschland betreibt Urenco in Gronau die bundesweit einzige Urananreicherungsanlage. Wer ernsthaft aus der Atomenergie aussteigen will, darf den Uranbrennstoff und Technologie für die AKW nicht in alle Welt liefern! Das ist kein Atomausstieg!
Wir lehnen entschieden jede Art von Atomexport ab: Weder Exportbürgschaften für AKW-Neubauten noch der Bau von neuen AKW durch deutsche Energiekonzerne sind akzeptabel.
In Deutschland sind zur Zeit neun AKW am Netz und sollen größtenteils noch für mindestens zehn Jahre am Netz bleiben. Das ist kein Atomausstieg! Für die Lagerung des Atommülls gibt es weltweit keine Lösung. Atommülltransporte von A nach B zur „Zwischen“-Lagerung sind sinnlos und gefährlich. Wir lehnen den geplanten Transport der 152 West-Castoren vom Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus genauso entschieden ab wie die schwach- und mittelradioaktiven Atommülltransporte von den Atommüllkonditionierungsanlagen in Jülich und Duisburg nach Ahaus sowie die Urantransporte von und nach Gronau.
Fukushima hat erneut deutlich gemacht: Atomenergie ist gefährlich, unbeherrschbar und verantwortungslos! Am 11. März 2012 wird deshalb bundesweit und international an vielen Atomstandorten protestiert. Wir fordern:
* Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen!
* Keine Exportbürgschaften für neue AKW!
* Atomkonzerne auflösen!
* Dezentrale Energiewende jetzt!
Am Samstag, den 11.2.2012 findet ein europaweiter Protesttag gegen ACTA statt. In Bergisch Gladbach werden wir ab 8.30 Uhr in der Fußgängerzone Bergisch Gladbach zum “Paperstorm” blasen und Flyer für die Demo ab 11 Uhr in Köln verteilen. (Treffpunk 8.30 uhr vor dem T-Punkt) Gemeinsam wollen wir dann mit der S-Bahn um 10.23 Uhr ab Bergisch Gladbach zum Kölner Hauptbahnhof fahren (Ankunft 10.43 Uhr). Die Demo in Köln findet auf dem Roncalliplatz zwischen 11.00 - 12.30 Uhr statt.
Offenes Aktionstreffen Bergisch Gladbach
Am Montag findet dann ein überparteiliches Aktionstreffen für weitere Protestaktionen gegen ACTA in Bergisch Gladbach statt. Eingeladen sind alle, die Aktionen mitmachen wollen. Montag den 13.2.2012, 19 Uhr
Ort: Q1 - Jugendkulturzentrum Bergisch Gladbach, erste Etage,
Quirlsberg 1, Bergisch Gladbach
Ansprechpartner:
Tomás M. Santillán, Tel.: 0172-2410212, Mail: tms@is-koeln.net
Bündnis 90/Die Grünen haben auf einem Sonderparteitag entschieden, wie sie zum Atomkurs der schwarz-gelben Bundesregierung stehen: Sie finden falsch, was die Koalition vorliegt, sie wollen zustimmen und sie wollen davor noch was rausverhandeln - aber sich nicht auf Ergebnisse festlegen. Sie sagen damit erstmal Ja zum Betrieb von Atomkraftwerken bis 2022; und sie machen es sich selbst schwer, später eine kürzere Frist zu fordern und durchzusetzen.
Mit ihrer Zustimmung zu einem nur halben Atomausstieg schwächen die Grünen sich selbst und die Anti-AKW-Bewegung. Sie machen ihre bisherige Forderung, bis 2017 auszusteigen, unglaubwürdig und legitimieren einen Weiterbetrieb mit mehr Atommüll, mehr Atomrisiko - und nehmen dem Protest Schwung und Hebel.
Mit einer Aktion aus Anti-Atom-Initiativen und -Verbänden vor den Türen des Parteitags warnten viele Atom-Gegner die Grünen: Wer erst monatelang mit der Anti-AKW-Bewegung demonstriert, aber jetzt dem Weiterbetrieb von neun AKW zustimmt, macht sich unglaubwürdig und riskiert den Bruch mit der Bewegung. Es darf keinen grünen Segen für diese Atompolitik geben!